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"Weinen Sie nicht, die gehen nur baden" –
Zeugen des Auschwitz-Prozesses berichten

border="1" align="right" style="filter:progid:dxImageTransform.Microsoft.dropShadow(color=black,offX=3,offY=3 positive=true);"> TypFeature
ThemaSachbuch/Doku
AutorJochanan Shelliem
Umfang1 CD
Laufzeit56 Min.
VerlagDer Audio Verlag
Erscheinungsjahr2004
Preis14,95
ISBN3-89813-409-1
BestellungBuchsv.de (portofrei) oder Amazon.de
SprecherGerd Wameling, Matthias Haase u.a.


Inhalt

Enormen Widerständen zum Trotz begann 20 Jahre nach Kriegsende die Hauptverhandlung gegen 22 Beteiligte der Todesmaschinerie Auschwitz. Dieser Prozess gab dem Abstraktum Auschwitz ein Gesicht – sowohl den schmerzvoll um Erinnerung ringenden Opfern wie den sich der Erinnerung verweigernden Tätern. Nur einem Zufall ist es zu verdanken, dass die mitgeschnittenen Aussagen der insgesamt 359 Zeugen nicht gelöscht wurden. 60 Jahre nach der Befreiung des Lagers wurden die erschütternden Berichte der Opfer zu einer berührenden Collage zusammengefügt – ein Tondokument von unschätzbarem Wert.


Hörprobe

anhören – Wiedergabe beginnt nach wenigen Sekunden (setzt RealPlayer voraus)



Fazit

Wenn der Auschwitz-Überlebende Mauritius Berner erzählt: "Da schrie ich meiner Frau und meinen Kindern auf ungarisch nach und bin wieder zu meiner Gruppe zurückgegangen. Nie habe ich sie mehr gesehen..." – und Micha Brumlik, Direktor des Fritz-Bauer-Instituts, feststellt: "Das Böse bekam plötzlich Namen und Gesicht, Alter und Adresse", dann packt den Hörer die Erschütterung über das wohl schlimmste Verbrechen, das jemals an der Menschlichkeit begangen wurde. Obwohl man bei einigen O-Tönen Geduld aufbringen muss, da absolut nichts geschnitten wurde, auch keine Pausen, Wiederholungen usw., und das Feature daher etwas trocken wirkt, so entsteht genau dadurch eine große Authentizität und vor allem die Identifikation mit den Opfern. Eigentlich sollten die Aufnahmen wichtiger Aussagen, die damals auf Band festgehalten wurden, vernichtet werden, hätten nicht gleich drei Zufälle zur Rettung dieses kostbaren Zeitdokuments geführt. Verbunden wurden die O-Töne mit Erzähltexten, die von Gerd Wameling mit warmer Stimme gelesen werden.

Bewertungjau!


Oliver Schulte von Hoerspiel-Rezensionen.de meint dazu: "Erschütternd – sowohl was die Schilderungen der Überlebenden von Auschwitz angeht, als auch die im Feature thematisierte Tatsache, dass es erst nach langen zähen Bemühungen Betroffener 1963, also 18 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges möglich wurde, die Urheber und Verantwortlichen der in Auschwitz begangenen Gräueltaten rechtlich zu belangen. Unglaublich, was das Feature offenbart: Die deutsche Justiz war augenscheinlich nicht daran interessiert, Massenmörder und Kriegsverbrecher ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Offenkundig nur deshalb, weil Altnazis in zentralen Positionen von Justiz und Wirtschaft gute Lobbyarbeit geleistet haben. Ist dieser Umstand allein schon empörend, so sind die im Feature als Originaltonaufnahme präsentierten Zeugenaussagen noch aufwühlender, noch emotional belastender. Aus erster Hand beschreiben Betroffene die Mordmaschinerie Auschwitz, beschreiben, wie gnadenlos Familien auseinander gerissen, Kinder, Mütter, Alte und Schwache erschlagen, erschossen, gehängt und vergast wurden. Starker Tobak und sicher nichts für schwache Nerven. Dem Feature einen wie auch immer gearteten 'Unterhaltungswert' zu bescheinigen, ist pietätlos und mehr als nur unangebracht. Die Produktion fungiert als zeitgeschichtliches Dokument. Sie transportiert hörtechnisch aufbereitete einzigartige Informationen über das schreckliche Antlitz des Holocaust. Gleichzeitig ist sie aufgrund der eingebrachten originalen Tondokumente historisches Zeugnis deutscher Vergangenheitsbewältigung. Fazit: 430 Stunden Tonbandmitschnitte der Hauptverhandlung gibt es. 180 Tage dauerte die Verhandlung. Mehr als 350 Zeugen wurden gehört. In 56 Minuten kann das Feature naturgemäß nur einen Bruchteil dessen wiedergaben, was die gesamte Verhandlung ausgemacht hat. Die Tondokumente sind hier gut gewählt und vermitteln exemplarisch einen Eindruck des Prozesses. Ich hätte mir allerdings eine mindestens doppelt so lange Laufzeit mit akribischer Aufarbeitung des Hintergrundes gewünscht. Die Produktion kann in diesem Sinne nur als 'Appetizer' neugierig machen. Für eine tiefer gehende Aufarbeitung fehlt eindeutig die Zeit. Wichtig ist mir zu erwähnen, dass das Feature nicht effektheischend und dramatisierend wirkt. Eindeutig geht es hier um den Prozess, seine Methodik und seine Wirkungen und Auswirkungen."

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