Das Parfum – die Geschichte eines Mörders
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Lesung
Drama
Patrick Süskind
8 CDs
570 Min.
Litraton
1995
59,90
3-89469-911-6
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Gert Westphal
Von jeher ein ungewöhnliches Kind, mit einer merkwürdigen Auffassung von der Welt, aber das liegt vielleicht an seiner ganz besonderen und seltenen Fähigkeit. Er riecht die Sachen, die Dinge, Personen, Tiere, ja die Gefühle um sich herum in einer so immensen Intensität, dass es ihn oft zur Verzweiflung bringt. Er leidet unter seiner Fähigkeit und vor allem unter dem grauenhaften Gestank der Pariser Gassen, die mit Unrat bedeckt sind und vor Schmutz starren.
Als er eine Lehre beginnen soll, entscheidet er sich, Parfümiseur zu werden, er besticht den Meister mit seiner Art, und heimlich kreiert er einen Duft, nach dem sich die feinste Pariser Oberschicht reist. Doch das Glück währt nicht lange: Das Haus des Meisters brennt ab, und er steht wieder auf der Straße. Ein langer Weg zur erneuten Selbstfindung liegt vor ihm und ein Leben in Armut, Elend und seiner unbarmherzigen Angst vor seiner Nase und ihrer Fähigkeit.
Ein ungewöhnliches, schwieriges Hörbuch mit einem eigenartigen Hauptcharakter. So muss der Held dieser Story jahrelang unter erbärmlichsten Umständen bis fast zu seinem schrecklichen Tode, egal ob eiskalter Winter oder heißer Sommer, mutterseelenalleine, ohne Nahrung und Kleidung in einem primitiven Erdloch hausen, und das freiwillig.
Auch ist der Sprecher Gert Westphal an sich ganz okay, aber diese Art, ein Buch so abzumischen, ist schlichtweg gefährlich. So sollten die Macher von Hörbüchern nie vergessen, für wen sie diese machen, nämlich auch und gerade für Kopfhörer-Hörer und Autofahrer. Mal wird eine Passage superleise geflüstert, dann im nächsten Moment brüllt der Sprecher dermaßen ins Mikrofon, dass Trommelfelle zerreißen und Lenkräder vor Schreck verrissen werden. Also, Achtung: Nur über die Stereoanlage hören!
Annie meint dazu: "Also, ich fand dieses Hörbuch fantastisch. Es gehört auf jeden Fall zu meinen Favoriten. Kann eure Meinung leider gar nicht teilen."
Rolf Rigoll: "Vielleicht solltet Ihr diese Lesung ein zweites Mal hören. Ich jedenfalls war beeindruckt. Gert Westphal ist wohl einer der ausdrucksstärksten Leser, die ich je gehört habe."
Dirk Cremer: "Eure Rezension ist ziemlicher Schwachsinn (mit Verlaub gesagt). 'Das Parfüm' in der Lesung von Gert Westphal ist eines der genialsten Hörbücher, deren ich je habhaft wurde. Die Geschichte ist genial (kannte ich schon vom Buch; ihr wohl nicht...), trotz des Hausens des 'Helden' in Erdlöchern. Die Sprache von Westphal ist zugegebenermaßen sehr impulsiv, aber möchtet Ihr ein Buch 'langweilig' vorgelesen haben, nur weil Eure Audioanlage keine Kontraste verträgt. Fazit: Super! Hat für faszinierte Autofahrten gesorgt, in denen ich nicht immer Herr des Steuers war (schei...)."
Christian Ziller: "Ich muss schon sagen, dass ich selten einen dermaßenen Unsinn an Kritik über ein 'Produkt' gelesen habe, welches eben nicht ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand sein will, sondern wohl in erster Linie der künstlerischen Umsetzung (mit all ihren Freiheiten...) eines bedeutenden Romans dient. In Ihrer sogenannten 'Kritik' wird allerdings eher der Gebrauchswert in Form von Hör- und anderer Verträglichkeit beschrieben. Vermutlich halten Sie auch den Herrn der Ringe aufgrund der erdverbundenen Wohnsituation einiger Protagonisten für kaum zumutbar, ganz zu schweigen von solchen Kreaturen wie Kaspar Hauser. Vielleicht hören/lesen Sie ohnehin lieber l/s-eichtere Lektüre, vorgetragen - oder besser: abgelesen - von diversen mittelmäßig begabten Verkehrsfunksprechern, deren Modulationsfähigkeiten der Stimme oft derjenigen eines Pausenzeichens in nichts nachsteht. Wenn Sie sich allerdings durch die überaus nuancenreiche, die Welt der Parfumeure und ihrer Düfte in phantastischer Weise lebendig werden lassende Lesung Gert Westphals wo auch immer gestört fühlen sollten, würde ich Ihnen den Rat geben, demnächst doch wieder eine Modern-Talking-CD einzulegen und auf die schwierige, akustische Rezeption intensiver Literatur zu verzichten."
Carsten Ottlinger: "Ein ungewöhnliches, ein eigenwilliges Hörbuch. Das zeigt die Wertung der Hoerothek – und die gegenteiligen Meinungen anderer hierzu. Die Geschichte an sich ist schon schwer zu definieren, weder ist es ein Krimi – auch wenn Morde passieren – noch ein alltäglicher Roman. Es geht um den Lebensweg eines Menschen, der übernatürliche Begabungen in allen Dingen besitzt, die Düfte und Gerüche angehen. So begleitet man den jungen Menschen von seiner Geburt im übervölkerten Paris des 18. Jahrhunderts über seine Lehrzeit als Parfümeur. Soweit ist die Geschichte noch nachvollziehbar, mit Ausnahme eines Mordes an einem jungen Mädchen – ihres Geruches wegen. Dann wird die Geschichte aber wirklich ungewöhnlich. Sieben Jahre haust der Mensch freiwillig wie ein Tier in einer Höhle tief in einem Berg und 'betrinkt' sich mit Erinnerungen an diverse erlebte Geruchskompositionen. Dann beschließt er, dieses Dasein zu beenden, und es zieht ihn wieder in die Zivilisation. Als er – nur vom Geruch her – hier das Mädchen seiner Träume findet, reift in ihm ein bestialischer Plan. Es soll ein Parfüm aus dem Duft dieses Mädchens entstehen, sein Meisterwerk, mehr als 20 andere Opfer müssen auf diesem Wege noch sterben, bis seine handwerklichen Fähigkeiten dazu gereift sind.
Niemals zuvor habe ich solche detailverliebten Schilderungen zu Düften und Gerüchen gelesen oder gehört. Die Ausdrucksweise schwankt ansonsten zwischen treffend zum Ambiente des 18. Jahrhundert, derb und grob, und pendelt dann fast ins Poetische. Auch die Personen bringt der gut aufgelegte und passend ausgesuchte Vorleser Gerd Westphal gut herüber. Eure Kritik an der schwankenden Lautstärke kann ich trotzdem zustimmen – zwar ist die Lesung Westphals dadurch durchweg lebendig, aber genauso nervig ist das ständige Regulieren der Lautstärke. In einer Kritik schrieb hier ein Hörer, das man bei der Hoerothek eventuell das Buch gar nicht gelesen habe, was ich für völlig unangebracht halte: Handelt es sich hier doch um eine vollständige und ungekürzte Lesung! Das Finale des Romans (die Umstände bei der Hinrichtung) und das tatsächlich unerwartete Finale in Paris sind dann auch Geschmackssache.
Was bleibt, ist ein sehr interessantes Hörbuch, das in Erinnerung bleibt. Aufmerksames Zuhören vorausgesetzt, bekommt man eine Menge geboten. Ich meine, dass es aufgrund der ausdrucksstarken Lesung Westphals auch für Leser des Buches dieses Hörbuch eine gute Kaufoption ist. Alle anderen sollten sich im klaren sein, ob die Thematik für sie passend ist."
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