Nichts als die Wahrheit
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Lesung
Autobiografie
Bohlen / Kessler
5 CDs
350 Min.
Random House Audio
2002
10,- bis 30,- (je nach Angebot)
3-89830-492-2
Buchsv.de (portofrei) oder Amazon.de (portofrei)
Dieter Bohlen
Dieter Bohlen, das Mysterium des deutschen Showbiz. Niemand möchte zugeben, dass er seine Musik mag, aber jeder kennt sie, viele kaufen sie und lassen sich von der außergewöhnlichen Persönlichkeit des Komponisten und Sängers faszinieren. Nun hat Bohlen ein weiteres Tabu gebrochen: Wie ihm der ostfriesische Schnabel gewachsen ist, plaudert er munter drauf los, kritisiert Kollegen, berichtet von seiner Kindheit und ersten, relativ erfolglosen Gehversuchen im noch deutschsprachigen Musikgeschäft.
Bis ihm ein gut aussehender junger Sänger namens Thomas Anders über den – von BMG bereitwillig geebneten – Weg läuft. Die Ära der englischsprachigen Popkultur in deutschen Landen ist eingeleitet, es folgen Hits auf Hits. C.C. Catch, die eigene Gruppe Blue System und andere sind Nutznießer des vielseitigen Musiktalents.
Aber Bohlen ist bekanntlich nicht gerne ohne. So hält es ihn nach der andauernden Erfolgsserie nicht lange bei Frau und Kinder. Ob Ehedesaster mit Verona Feldbusch, die Trost spendende "Naddel" oder letzlich die noch aktuelle Partnerin Estefania: Bohlen ist für ein Gesprächsthema in den Wohnzimmern, Stammtischen und Betriebskantinen allemal gut.
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"Wer es glaubt, wird seelig", lautet der allseits bekannte Spruch. Und dieser trifft ganz sicher auch auf das früheste "literarische" Werk des Künstlers Bohlen zu – ein Mann, der sich durchaus auch mal selbst auf die Schippe nehmen kann, ansonsten aber sehr von sich und seiner Sache überzeugt zu sein scheint.
Diese Autobiografie ist reine Geschmacksache. Der Unterhaltungsfaktor ist dabei durchaus gegeben, wenn auch vieles von den geäußerten Themen reiner Nonsens ist und vor allem bei den Frauen der Nation auf Unverständnis und Ärger stoßen kann. So kommt es im Inhalt des Buches nicht selten vor, dass sich Bohlen über "Frauenmaterial" oder "frühreife 14-jährige Früchtchen" auslässt. Auch schwelgt der Komponist in nervigem Selbstmitleid, da er sich als ewiges Opfer und sanftes Schaf unter bissigen Wölfen sieht.
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Wenn man aber das Gehörte nicht allzu ernst nimmt, kann man mit Bohlens Geschreibse (die Wortwahl ist recht anspruchslos, simpel und unspektakulär) durchaus amüsante sieben Stunden verbringen. Bleibt nur noch zu sagen, dass die Tracks vielleicht etwas kürzer hätten sein können, dass Bohlen wesentlich besser liest, als er singt, dass es hier recht show-inistisch zugeht und man vom Inhalt nicht zuviel Demaskierendes erwarten darf.
Nach unserer Erfahrung teilen sich die Käufer des Buches und des Hörbuchs in zwei Gruppen auf: in diejenigen, die Bohlen bewundern und ihm nacheifern, und in jene, die sich einfach nur über ihn amüsieren wollen. Das Ergebnis ist in beiden Fällen dasselbe: Das Buch wird gekauft. Und da es in jeder Hinsicht Unterhaltungswert bietet, erhält es von uns dieses Fazit:
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