Michael Kohlhaas
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Lesung
Drama
Heinrich von Kleist
4 CDs
236 Min.
Naxos
2002
23,90
3-89816-104-8
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Wolfgang Hinze
Dresden zur Zeit des Reformators Luthers. Michael Kohlhaas ist ein bedeutender und allseits beliebter Pferdehändler, der über seine Heimat hinaus als rechtschaffen und ehrlich gilt. Als er eines Tages eine Herde junger Rassepferde zum Verkauf treiben will, wird er vom neuen Landesherrn – dem Junker von Tronka – an der Weiterreise gehindert: Kohlhaas soll Wegezoll entrichten. Der ist von den neuen Sitten des Herren nicht begeistert, aber dennoch willig, den Betrag zu entrichten. Da Kohlhaas das Geld aber erst nach dem Verkauf der Jungpferde entrichten kann, einigen sich die beiden darauf, zwei der kostbaren Rappen als Pfand gelten zu lassen.
Doch der Junker lässt die einst stolzen Pferde verwahrlosen, schickt sie auf seine Äcker zur Schwerstarbeit und gibt ihnen nur schlechtes Futter. Ein Streit bricht aus zwischen dem Landesherrn und Kohlhaas. Letzterer sieht sich betrogen, sucht an höherer Stelle Hilfe gegen den Junker, erhält jedoch keine.
Daraufhin verbittert der Pferdehändler, beschließt das Recht in seine eigene Hand zu nehmen und reitet mit einer eilig zusammengescharten Armee gegen den räuberischen Herren. Brandschatzend zieht die Schar durch Sachsen, zerstört Wittenberg und will den Junker zur Errettung der beiden Rappen zwingen.
Die Umsetzung dieses Hörbuchs ist leider nicht optimal: So wirkt die Art der Lesung zäh und fad, ohne jede Begeisterung gelesen. Auch die Geschichte selbst plätschert vor sich hin, ist durch die überaus detailreichen Gerichtsbeschreibungen sehr versachlicht und staubtrocken. Der Text ist ohne nennenswerte Spannung, sodass die Konzentration des Hörers auf die Probe gestellt wird. Sicher wäre hier ein Hörspiel mit markanten Stimmen und einem ansprechenen Hintergrund deutlich besser gewesen. Schade.
Hanns-Peter von Buseck meint dazu: "Ganz und gar nicht teile ich diese Meinung. Die Erzählweise ist dem Werk und der Zeit, in der sich die Ereignisse zugetragen haben, durchaus entsprechend. Erzwungener und durchgesetzter Respekt durch den 'Herrn' und seine Hierarchien und die Ohnmacht, die zum zwanghaften Tatendrang des Michael Kohlhaas – Ausweglosigkeit – führen, lassen zum Wechseln des Blickwinkels fähige Zuhörer, die auch Emotionen freien Lauf lassen können, die Haare zu Berge stehen und die Faust ballen. Wer hat sich in diesen Tagen nicht manchmal auch ähnlich so gefühlt? Ein gut ausgebildeter Sprecher wie Herr Hinze ist heute nur noch rar zu finden. Sprechkultur gilt es zu pflegen, damit die Superstars, die landauf landab überall rumlaufen, mal wieder zuhören LERNEN (vorallem das letztere)."
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