Die Besucher waren "heiß" aufs Hörbuch
Mit einem Rekordergebnis ging am Sonntag die Leipziger Buchmesse zu Ende. 126.000 Besucher (plus 17 Prozent) kamen in den vier Messe-Tagen auf das Messegelände. Der Hörbuchbereich füllte mittlerweile ein Drittel der ganzen Halle 3.
Auf 53.000 Quadratmetern verschafften sich die Besucher einen Überblick über die Neuerscheinungen von 2162 Ausstellern aus 36 Ländern. Rund 2400 Journalisten berichteten. "Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Das betrifft nicht nur die fantastische Besucherzahl. Mittlerweile besucht der Fachhandel aus ganz Deutschland und sogar aus dem Ausland die Buchmesse. Damit steigt auch die wirtschaftliche Bedeutung der Leipziger Buchmesse für die Branche", sagte Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Leipziger Messe GmbH.
Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, beurteilte die Buchmesse ebenfalls als vollen Erfolg: "Leipzig wächst, Leipzig hat Erfolg, vor allem aber ist es als Messe unverwechselbar geworden: unverwechselbar in seinem Verhältnis zu den Büchern und den Menschen. In Leipzig zählt noch das einzelne Buch."
Vor allem aber das Hörbuch: Auf dem fast schon unüberschaubar großen Hörbuch-Gemeinschaftsstand, der schon ein Drittel der Halle 3 ausfüllte, tummelten sich so viele Besucher wie noch nie und war ein Durchkommen teilweise nur schwer möglich.
Zum dritten Mal hieß es in diesem Jahr nicht nur "Leipzig liest" (1800 Veranstaltungen mit mehr als 1500 Mitwirkenden), sondern auch "Leipzig hört". Bei den Hörbuchnächten in der Alten Handelsbörse lasen Prominente wie die Tatort-Kommissare Sabine Postel und Andrea Sawatzki. Ebenfalls zum dritten Mal veranstaltete die Leipziger Buchmesse zusammen mit dem "Hörspielsommer e.V." den Nachwuchs-Hörspiel-Wettbewerb, an dem sich über 77 Hörspielmacher aus ganz Deutschland beteiligten.
Alles in allem hatte man das Gefühl, in Leipzig sei zum ersten Mal mehr los als auf der weltgrößten Buchmesse in Frankfurt – kein Schlendern durch die Hallen mehr, kein gemütliches Spazieren, nein, "Durchtanken" war jetzt angesagt, aber auch: Kontakt zu tausenden Gleichgesinnten, schnell kam man ins Gespräch. Es gab sogar "Hörbuch-Fan-Treffen", schließlich ist Hören genauso schön wie Lesen.Weitere Impressionen aus dem Hörbuchbereich
Im ARD-Hörbuch-Forum fanden viele interessante Veranstaltungen statt,
u.a. die Präsentation des Hörbuchs "Mit 20 Millionen PS ins All"
des Verlags Headroom, der ...
... damit besonders viele Kinder und Jugendliche anlockte.
Der Hörverlag hatte seinen Hauptstand zum ersten Mal
in den Hörbuchbereich integriert.
Schönes Angebot in Leipzig: In der Messebuchhandlung
kann man die ausgestellten Bücher auch kaufen,
und sogar eine eigene Hörbuchhandlung gibt es.
Rege Teilnahme am Gewinnspiel des Arbeitskreises Hörbuch
des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
Die wichtigsten Hörbuch-Downloadportale konnte man
in Leipzig ausprobieren: Neben Audible.de (hier im Bild)
auch Soforthoeren.de, Claudio.de und Hoerkiosk.de.
Das FOCUS-Hörbuch-Café als zweiter zentraler Veranstaltungsort ...
... begeisterte die Besucher mit spannenden Lesungen und Diskussionen.
Die Verlage ließen sich einiges einfallen, zum Beispiel der Kölner
Verlag Sounds of Seduction, der mit dem Kartenspiel "17 und 4"
Hörbücher (Gewinn) oder Chipstüten (Trostpreis) unters Volk brachte.
Unser Fazit: Hörbuch-Fans, die die besondere Atmosphäre
einer Buchmesse und vor allem den sympathischen Hörbuchbereich
erleben wollen, sollten im nächsten Jahr unbedingt nach Leipzig fahren.