Special

Deutscher Hörbuchpreis 2010:

Jetzt stehen alle Preisträger fest

In unserer Übersicht mit allen Nominierungen in den einzelnen Kategorien sind die Gewinner blau markiert.

Kategorie: "Beste Fiktion"

Gewinner:  "Chronik der Gefühle"

Hier hat Alexander Kluge all seine Erzählungen versammelt und begreift sie als Einheit: Basisgeschichten und Lebensläufe. Was bewegt den Friedhofsgärtner im Zweiten Weltkrieg? Was die junge Chinesin bei einer Internet-Recherche zur europäischen Oper? Worin besteht die Verbindung von fünf Frauen aus der Betriebsküche Harms & Co.? Und wie ambivalent sind die Gefühle einer Frau nach 37 Jahren Ehe?

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Das sagt die Jury: "Die 14-teilige Hörspielfassung von Alexander Kluges 2000-seitigem Werk enthält fast den gesamten Kosmos des Klugeschen Werkes. Gekonnt bewegt es sich zwischen Differenzen und Überblendungen, medialen Verschaltungen und Erzählungen, Überlieferung als Fragmentierung, Dokumentation und Fiktion und nicht zuletzt zwischen Krieg und Kunstproduktion."

Das sagt der Verlag: "Das 14-teilige Hörbuch ist ein großes Gesamtkunstwerk und das Ergebnis einer überzeugenden Ensemble-Leistung", erklärt Andreas Schäfler, Pressesprecher vom Verlag Antje Kunstmann. "Vor allem aber ist es Regisseur Karl Bruckmaier gelungen, den ausufernden Kosmos von 2000 Buchseiten trotz Kürzungen in eine genial ausbalancierte akustische Wunderkammer zu verwandeln, bei der auch Kluges Liebe zum Detail nicht auf der Strecke bleibt, ja, durch die Möglichkeiten des Hörspiels erst richtig einleuchtend wird – vom nackten Geräusch eines Diaprojektors als Transportmittel von Sinnbildern bis zur kammermusikalischen Untermalung von Gedankenfragmenten."


Nominiert: "Der kleine Bruder"

Herr Lehmann, gerade frisch in Berlin angekommen, muss feststellen, dass sein großer Bruder verschwunden ist. Auch dessen Mitbewohner Karl weiß nicht, wo er ist, macht sich aber hilfsbereit mit auf die Suche. Die dauert länger als geplant, denn Karl weiht Herrn Lehmann erst einmal ins Kreuzberger Nachtleben ein. So nach und nach erfährt Herr Lehmann über seinen Bruder mehr, als ihm lieb ist – nur nicht, wo er steckt.

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Das sagt die Jury: "Sven Regener erzählt auf besondere Weise von der Anarcho-Punk-Hausbesetzer-Szene im Berlin der 80er Jahre, ohne diese bloßzustellen. Eigentlich passiert nichts, das aber auf hohem Niveau und höchst unterhaltsam. Florian Lukas und Bjarne Mädel sind ein Traumteam."

Das sagt der Verlag: "Die Nominierung ist vor allem eine Auszeichnung für den Regisseur Sven Stricker", hebt Hörverlag-Pressesprecherin Heike Völker-Sieber hervor. "Nach dem Deutschen Hörbuchpreis für 'Herr Lehmann' konnte er das hohe Niveau auch bei der Fortsetzung halten. Und alle Mitwirkenden und Beteiligten sind ihm wieder mit vollem Einsatz gefolgt."


Nominiert: "Test"

Kadett Pirx macht eine Ausbildung zum Raumfahrer. Seine Kameraden und Lehrer aus dem Raumfahrt-Institut halten ihn für einfältig. Als ausgerechnet Pirx für den nächsten Testflug ausgewählt wird, erhält er die Chance, sein Können als Raumfahrer unter Beweis zu stellen. Aber unglücklicherweise hat sich in seinem Raumschiff eine Fliege verkrochen, die alles durcheinander bringt.

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Das sagt die Jury: "Sehr interessante Atmosphäre, getragen von Lukas' Stimme. Dichte, sparsame Inszenierung. Wenig, aber effiziente Musik. Gut!"

Das sagt der Verlag: "Nach der Bekanntgabe der Nominierung haben wir erst mal auf den schönen Erfolg angestoßen", so Oliver Bolanz vom Christoph Merian Verlag (Vertrieb über steinbach sprechende bücher). "'Test' ist eine wunderbare Hörspielproduktion, die wir in unserer Hörbuch-Edition 'Das Schweizer Radio DRS-Hörbuch' veröffentlicht haben. An 'Test' fasziniert mich besonders Florian Lukas in der Rolle als Kadett Pirx sowie der perfekte Einsatz von Musik und Geräuschen, die einen die Geschichte hautnah erleben lassen."


Kategorie: "Beste Information"

Gewinner:  "Briefwechsel"

Der von 1961 bis 1988 reichende Briefwechsel zwischen Thomas Bernhard und Siegfried Unseld ist ein Zwei-Personen-Stück und erzählt authentisch vom Verhältnis zwischen dem Autor und dem Suhrkamp-Verleger. Gegenseitige Wertschätzung, kritische Zuwendung wie auch harte Honorar-Verhandlungen sind Gegenstand der Konversation.

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Das sagt die Jury: "Auf hohem Niveau, noch dazu unterhaltend, informiert zu werden, ist ein Glücksfall. Simonischeck und Voss verleihen den beiden Autoren nicht nur Stimme, sondern stellen uns kraft ihrer subtil eingesetzten Möglichkeiten zwei Charaktere vor. Auf diese Weise wird die Lesung zum aufregenden Austausch von Gedanken, zum spannenden Hör-Ereignis."

Das sagt der Verlag: "Wenn zwei sich streiten, freut sich der Hörer", schwärmt Heike Völker-Sieber vom Hörverlag. "Das spannungsgeladene Verhältnis zwischen Thomas Bernhard und Siegfried Unseld ist in seiner Vielschichtigkeit und Ausprägung einmalig und steht doch repräsentativ für die manchmal ambivalente Beziehung zwischen Autor und Verlag. Gert Voss und Peter Simonischek spielen nicht, sondern sind's."


Nominiert: "Der Fahrradspeichenfabrikkomplex"

Ein ungewöhnliches Feature um den 1980 diskutierten Plan, in der Nähe von Wackersdorf eine Wiederaufbereitungsanlage zu bauen. Dieses Vorhaben löste in der Oberpfalz die bis dato größten Demonstrationen, die größten Polizeieinsätze und das größte Rockkonzert in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland aus. Anfang 1985 wurde der Bau der WAA in Wackersdorf beschlossen, die ersten Rodungsarbeiten im Taxöldener Forst begannen im Dezember 1985, im Mai 1989 wurden die Bauarbeiten eingestellt.

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Das sagt die Jury: "Das Hörbuch ist ein umfangreiches Feature mit ungewöhnlicher Herangehensweise. Begründet wird diese von den Autoren mit der Unmöglichkeit objektiver Berichterstattung. 'Der Fahrradfabrikspeichenkomplex' motiviert zur tieferen Beschäftigung mit der Thematik."

Das sagt der Verlag: "Das Jahr 2009 war dermaßen voll von Jahres- und Gedenktagen, dass darüber das Ende der Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf in der überregionalen Presse fast komplett vergessen worden ist. Das fand ich sehr schade. Die WAA war ein Meilenstein im Kampf ums Atom, und im Rahmen der aktuellen Atomkraft-Diskussion finde ich die Vorgänge von damals sehr gedenkwürdig. Wenn unser Hörbuch nun einen Beitrag dazu leistet, das Thema ein wenig in den Blickpunkt zu rücken, dann finde ich das ausgesprochen erfreulich. Schon dafür hat es sich gelohnt, den 'Fahrradspeichenfabrikkomplex' zu machen", so Dieter Lohr vom LohrBär Verlag. "Der zweite Punkt ist die Machart: Wir hatten die Idee, eine komplexe Geschichte umfassend und darüber hinaus spannend zu erzählen, und zwar komplett ohne Erzähler, sondern ausschließlich aus Originaltönen zusammengesetzt. Es war ein Experiment, und wir wussten vorab nicht, ob es funktionieren würde. Offenbar hat es funktioniert, denn das Feedback, das wir bekommen, zeigt es. Vielleicht haben wir die Möglichkeiten, die das Feature bietet, damit noch ein bisschen ausgeweitet."


Nominiert: "Karl Amadeus Hartmann und das Streichquartett"

Neben der Musik Karl Amadeus Hartmanns bietet das Hörbuch einen Zugang zum Menschen hinter dem Kunstwerk, im Spannungsfeld zu seinen Lebensumständen, der politischen Situation, seiner Familie, seiner körperlichen und geistig-seelischen Verfassung und der Zeit, in der er lebte. Es zeigt den Menschen der mit Sorgen zu kämpfen hat, der zweifelt, hofft, liebt und stirbt.

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Das sagt die Jury: "Spannende und tiefgründige Einblicke in eine bewegte Zeit – gesellschaftlich, politisch, künstlerisch und ganz persönlich menschlich. Sehr liebevoll ediert. Eine Chance, unerwartet wunderbare Musik neu zu entdecken."

Das sagt der Verlag: "Als wir von der Nominierung erfahren haben, hat uns dies besonders gefreut, weil unsere Edition 'Künstler im Gespräch' eine ganz neue Idee beinhaltet: über das Vertraute zum Unbekannten führen, über die menschliche Seite des Künstlers bzw. die erweiterte Sicht auf seine Person und sein Schaffen zu dessen Werk führen, das einem durch unsere Reihe umfassend vertraut gemacht wird", so Mirjam Wiesemann von Cybele Records (Vertrieb: Audiopool). "Wir sind wirklich glücklich darüber, welchen Anklang diese doch recht mutige neue Reihe, gegründet im Sommer 2009, in der Presse und Öffentlichkeit findet."


Kategorie: "Beste verlegerische Leistung"

Gewinner:  Headroom Verlag – für die Reihe "wegwärts"

Die Reihe "wegwärts" versteht sich als ein akustischer Tauchgang und eine abenteuerliche Klangreise. Die einzelnen Titel werden getragen von Erzählungen, Interviews, Atmos, Live-Musik, Reportagen, Geschichten und Poesie.

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Das sagt die Jury: "Die Reihe 'wegwärts' setzt neue haptische Maßstäbe. Liebevoll gestaltet und sinnästhetisch umgesetzt, vermittelt die Reihe sofort eine konkrete Vorstellung des Ortes, sogar der Geruch und das Gefühl vor Ort werden transportiert. Nach dem Hören entsteht der Eindruck, tatsächlich dort gewesen zu sein."

Das sagt der Verlag: "Dieses Projekt hat viel Kraft und Arbeit gekostet, bis aus einer Idee die wunderbaren Hörbücher entstanden", erklärt Headroom-Chefin Theresia Singer. "Sie haben keinen bereits veröffentlichten Stoff zur Grundlage, sondern sind von der Idee bis zum fertigen Produkt sozusagen hausgemacht! Der Autor Joscha Remus beschreibt das Lebensgefühl der Stadt mit all ihren Facetten, unterhält sich mit Künstlern, Köchen und Expo-Chefs, fängt die Klänge der Stadt ein, hält das, was ihm auffällt, in Bildern fest und bringt so einen persönlichen Reisebericht zu Gehör."


Nominiert: Intermedium Records – für das Verlagsprogramm

Intermedium Records veröffentlicht historische und neue intermediale Produktionen, künstlerische Originaltonaufnahmen, Hörspiele und Hörstücke, Lautpoesie, Autorenlesungen, Soundtracks, Tribute-Alben und Künstlerschallplatten.

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Das sagt die Jury: "Intermedium Records bildet in seinem Verlagsprogramm ein weit gespanntes Spektrum verschiedenster Formen avancierter Hörkunst ab. Dieses Abbild reicht von den performativen literarischen Verdichtungen eines Michael Lentz ('Muttersterben', 'Klinik') bis hin zu dem ironischen Hörspiel-Musical von Stereo Total ('Patty Hearst – Princess and Terrorist')."

Info vom Verlag: "Für 'intermedium records' ist die Nominierung die erste Würdigung als Label. Seit der Gründung wurden bereits zahlreiche CDs mit Preisen bedacht: mehrfach mit dem 'Hörbuch des Monats' der renommierten 'hr2-Hörbuch-Bestenliste' sowie deren Jahrespreis 'Hörbuch des Jahres' (2005, 2006), dem 'Hörspielpreis der Kriegsblinden' (2004, 2006), dem 'Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik' (2006) wie auch schon dem 'Deutschen Hörbuchpreis' (2005, 2006)."


Nominiert: Der Hörverlag – für die Edition "Lyrikstimmen"

Lyrikstimmen ist eine Originaltonsammlung der ersten Tonaufnahmen des letzten Jahrhunderts. Seltene, unwiederbringliche und teils verschollene Lesungen. Ein Querschnitt von 1907 bis 2009. Bereits ausgezeichnet als "Hörbuch des Jahres 2009" der hr2-Bestenliste.

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Das sagt die Jury: "Eine außergewöhnliche editorische Leistung. 122 Autoren lesen insgesamt 420 Gedichte mit ihrer eigenen Stimme. Vor allem die akustisch weniger oder nicht mehr präsenten Stimmen faszinieren: wie z.B. Ingeborg Bachmanns Schmelz, in dem die dialektale Färbung des Kärntnerlandes mitschwingt, oder Erich Kästners verschmitzte Doppelbödigkeit im Vortrag."

Das sagt der Verlag: "Ganz unbescheiden: Die Edition hat's verdient", sagt Heike Völker-Sieber, Pressesprecherin des Hörverlags. "Mehr Sorgfalt und Herzblut kann man auf eine solche Edition nicht verwenden."


Kategorie: "Beste Interpretin"

Gewinner:  Maria Schrader für "Geschichte einer Ehe"

"Wir glauben, die zu kennen, die wir lieben." So beginnt Andrew Sean Greers "Geschichte einer Ehe". Pearlie Cook erzählt rückblickend als alte Frau ihre Geschichte. Sie lebt mit ihrem Mann Holland und ihrem Sohn in einem kleinen Strandhaus. Alles ist wie immer, bis die Vergangenheit an die Tür klopft und alles verändert.

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Das sagt die Jury: "Subtil strukturiert, sprachlich ausgewogen, macht sich Maria Schrader den Text zu eigen, gibt ihm figürliche Kontur. Die Verhaltenheit der stimmlichen Mittel erzeugt Spannung, die den Hörer an diese Geschichte bindet. Was nicht geschrieben werden kann, wird hörbar, die unter der Oberfläche brodelnden Emotionen werden erlebbar." Die Jury würdigte insbesondere die "facettenreiche" Interpretation der Hauptfigur Pearlie Cook, deren heile Welt in einem Strandhaus bei San Francisco aus den Angeln gehoben wird, als ein Freund ihres Mannes an die Haustür klopft.

Das sagt der Verlag: "Maria Schrader hat noch nicht viele Hörbücher gemacht, aber ich fand sie immer schon als Bühnen- und Filmschauspielerin überragend und habe sie bei vielen Live-Lesungen bewundert", schwärmt Sabine Buss, Programmleiterin von Random House Audio. "Zusammen mit Matthias Brandt habe ich sie dann für Uwe Timms 'Halbschatten' besetzt und fand sie schon da überragend. Bei Andrew Sean Greers Buch zeigt sie ihre ganze Bandbreite, und ich freue mich schon, wieder mit ihr zu arbeiten. Sie brennt für Texte!"


Nominiert: Nicolette Krebitz für "Northline"

Allison Johnson, Anfang 20, und ihr Freund Jimmy leben in Las Vegas. Exzessive Partys, Alkohol, Zigaretten und Ausbrüche von Brutalität kennzeichnen ihr Miteinander. Aber als Allison erfährt, dass sie im dritten Monat schwanger ist, packt sie einen Koffer und haut ab. In Reno findet sie einen Job als Kellnerin. Ihr Baby muss sie zur Adoption freigeben. Es bleiben ihr der Alkohol und die Gespräche mit Paul Newman.

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Das sagt die Jury: "Nicolette Krebitz macht es dem Hörer so leicht, in die Welt der jungen, verzweifelten Trinkerin zu versinken, dass man sich gewünscht hätte, nicht nur einer gekürzten Fassung des großartigen Romans lauschen zu können. Der Klang ihrer Stimme transportiert mit jeder Silbe – und das gesamte Hörbuch hindurch – die Atmosphäre der Geschichte."


Nominiert: Suzanne von Borsody für "Bei Einbruch der Nacht"

Ein riesiger Wolf treibt sein Unwesen in den Wäldern Südfrankreichs, dutzende Schafe müssen ihr Leben lassen. Doch als das Tier zum ersten Mal einen Menschen zerfleischt, werden die Einheimischen nervös. Steckt vielleicht ein Mensch hinter den brutalen Übergriffen? Und was hat es mit der alten Legende um den Werwolf auf sich? Zusammen mit seiner früheren Geliebten Camille begibt sich Kommissar Adamsberg auf die Jagd nach dem unbekannten Wesen – und damit in tödliche Gefahr.

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Das sagt die Jury: "Sorgfältig, aber nicht pedantisch, sparsam in den Mitteln und frei von Anstrengung interpretiert Suzanne von Borsody den Text. Sie stellt sich ohne Eitelkeit in dessen Dienst. Ihre Interpretation lässt keine weiteren akustischen Mittel vermissen."

Das sagt der Verlag: "Vor dem nominierten Hörbuch hat Suzanne von Borsody bereits andere Titel von Fred Vargas für den DAV eingesprochen und sich dabei als herausragende Interpretin der Vargas-Krimis bewährt", erklärt DAV-Pressesprecherin Donate Altenburger. "Sie schafft es, den unterschiedlichen Charakteren jeweils eine ganz eigene Stimme zu geben, und transportiert in ihrer Interpretation die jeweilige Stimmung und Atmosphäre des Textes. Ihre Lesung ist differenziert, genau und dabei so mitreißend, dass sie den Hörer von Anfang an in die Geschichte hineinzieht. Vor allem ist sie selbst ein sehr großer Fred-Vargas-Fan – ihrer Interpretation ist die Begeisterung für den Text und die Autorin hörbar anzumerken."


Kategorie: "Bester Interpret"

Gewinner:  Andreas Fröhlich für "Doppler"

Andreas Doppler mag die Menschen nicht – das wird ihm nach einem Sturz vom Fahrrad plötzlich klar. Er zieht in den Wald, um endlich so einsam sein zu können, wie er es möchte. Ab und zu muss Doppler in die Stadt, um Magermilch zu besorgen, nach der er süchtig ist. Seine Besuche sind nicht folgenlos, denn schon bald finden weitere Menschen Gefallen an Dopplers Lebensweise...

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Das sagt die Jury: "Erstaunlich, mit wie wenig Aufwand und in wie kurzer Zeit Andreas Fröhlich einen in seinen Bann zieht – und in den des guten Textes. Fröhlich weiß einfach, welcher Text zu ihm passt."


Nominiert: Matthias Koeberlin für "Der Himmel ist kein Ort"

Ein junger Landpfarrer wird eines Nachts zu einem Unfallort gerufen: Ein Auto ist von der Straße abgekommen und in einen See gestürzt. Der Fahrer hat sich gerettet, doch seine Frau und sein Sohn werden leblos geborgen. Schon bald nimmt das angebliche Unglück unheimliche Züge an. Der Pfarrer hält trotzdem an der Unschuldsvermutung fest und bringt fast alle Gemeindemitglieder gegen sich auf...

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Das sagt die Jury: "Ein junger Interpret im Dienste eines reifen Textes. Ein Kalkül, das bestens aufgeht: ruhige Kraft und völlige Klarheit vom ersten Moment an. Eine tolle und unprätentiöse Leistung von Matthias Koeberlin."


Nominiert: Christian Brückner für "Der Schacht"

Am Vorabend seines 40. Geburtstags beschließt ein Mann, allein mit sich in einem stickigen, verwahrlosten Raum, seine "Erinnerungen" aufzuschreiben, "die Geschichte einer Seele": Abenteuerfantasien von einem anderen Leben – und die Erinnerung an die Gewalt, die er als Halbwüchsiger einem Mädchen angetan hat.

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Das sagt die Jury: "Durch subtilen Einsatz seiner Mittel nimmt Christian Brückner den Hörer mit auf eine retrospektive Psycho-Reise. Durchgängig nimmt er sich des Textes stellvertretend an, macht – den Text gekonnt strukturierend – die individuelle Haltung zur Erzählfigur deutlich und gibt ihr Eigenart."


Kategorie: "Bestes Kinderhörbuch"

Gewinner:  "Wie man unsterblich wird"

Der 11-jährige Leukämie-kranke Sam erzählt von seiner Freundschaft mit dem 13-jährigen Felix. Sam sammelt Geschichten und interessante Tatsachen, und er hat noch jede Menge Wünsche. Gemeinsam mit dem ebenfalls todkranken Felix macht er sich daran, sie zu verwirklichen: einen Weltrekord aufstellen, ein Mädchen küssen oder ein berühmter Forscher werden.

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Das sagt die Jury: "Das Hörspiel schildert grandios die Themen Sterben und Tod aus der Sicht eines Kindes. Es stellt ungeschönt und ungeschminkt die Realität dar. Es ist humorvoll, ohne die Tragik zu verharmlosen, anrührend, ohne rührselig zu sein, furchtbar und großartig zugleich." Und weiter: "Eindrucksvolle Sprecher und eine behutsame, kluge Regie schaffen ein ernsthaftes, unpathetisches Kunst-Stück, das Leichtigkeit verströmt und seine Hörer zugleich traurig macht und dennoch hoffnungsvoll stimmt."

Das sagt der Verlag: "Das Buch war für mich eines der ganz besonderen Bücher in der letzten Zeit, das hab ich gleich nach wenigen Seiten lesen so empfunden. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an die Hörspielumsetzung des WDR, und ich war wirklich gespannt, als die Master-CD dann bei uns eintrudelte", erinnert sich Mira Brinkschulte, Geschäftsführerin von Igel-Records. "Meine hohen Erwartungen sind dann aber mehr als erfüllt worden, und deshalb denke ich: ja, diese Produktion hat die Nominierung wirklich verdient. Das Besondere an der Produktion ist, dass sie es, wie auch schon das Buch, schafft, für eines der schwierigsten Themen überhaupt – den Tod eines Kindes – einen Ton zu finden, der es sogar zulässt, dass man 'zwar nicht vor Tränen lachen muss, aber unter Tränen lachen kann', so ein Zitat." "


Nominiert: "Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt"

Es ist immer wieder das gleiche. Kaum haben sich die Feuerwehrmänner zu ihrer wohlverdienten Kaffeepause hingesetzt, klingelt das Telefon und ruft sie zu einem Einsatz. Das Hörbuch erzählt von einem aufregenden Tag mit Löschmeister Wasserhose, Oma Eierschecke und Emil Zahnlücke.

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Das sagt die Jury: "Liebevolle und kindgerechte Inszenierung, die mit einem unglaublich virtuosen Sprecher genau das erfüllt, was gute Hörbücher erreichen sollen: Sie lässt Bilder und Welten in den Köpfen der Zuhörer entstehen, bunt, lebendig, voller Tiefe. Die umwerfend skurrilen Geräuschimitationen katapultieren den Hörer auf einen akustischen Abenteuer-Spielplatz."

Das sagt der Verlag: "Als Vater eines bald 4-jährigen Sohnes, der natürlich regelmäßig tolle Hörbuchproduktionen verschiedener Verlage hören darf, kann ich sagen: Ich habe ihn noch nie so gebannt von der ersten Minute an auf ein Hörbuch reagieren gesehen. Die Jury hat offensichtlich ein Herz für die Zielgruppe der Kategorie", freut sich Kilian Kissling vom Argon Verlag. "Und selbst der eingefleischte Stefan-Kaminski-Fan wird sich hier zwangsläufig fragen: Wie macht der das? Es steckt so viel Kunst und Liebe in dieser Leistung, dass man den Mann einfach umarmen will."


Nominiert: "Charlie zieht aus"

Das Leben kann sehr hart sein, wenn man 7 Jahre alt ist und eine grässliche Familie hat, die einen überhaupt nicht leiden kann. Über die Witze seines älteren Bruders Max lachen die Eltern, doch erzählt Charlie einen, sagen sie: "Das möchte kein Mensch beim Essen hören." Die Klageliste ist lang, und Charlie beschließt fortzugehen.

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Das sagt die Jury: "Ein freches Kinderhörbuch mit wunderbarer Auslotung kindlicher und elterlicher Gefühlswelten, die einen lächeln, verstohlen grinsen und manchmal auch nachdenklich werden lassen. Der Interpret schlüpft in die verschiedenen Kinderrollen wie in eine zweite Haut. Der Titelsong ist bemerkenswert!"


Kategorie: "Das besondere Hörbuch: Bester Krimi"

Gewinner:  "Der Himmel auf Erden" (Brigitte-Edition)

Kommissar Erik Winter steht vor einem Rätsel: Vier Studenten werden nacheinander überfallen, schwer am Kopf verletzt, aber nicht getötet. Fast zeitgleich behauptet ein Kind, von einem "Onkel" aus seinem Kindergarten entführt worden zu sein. Angst macht sich breit im pittoresken Göteborg, Eltern und Studenten leben in permanenter Unruhe. Bis Winter erkennt, dass zwischen beiden Taten ein seltsamer Zusammenhang besteht.

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Das sagt die Jury: "Ein Krimi, der durch die Interpretation von Matthias Brandt die ihm eigene Stimmung erhält und damit zum akustischen Erlebnis wird. Ein starker Interpret mit Übersicht, Ruhe und Klarheit trifft auf einen kalten, harten, nordischen Krimitext. Perfect Match!" Und weiter: "Eines der besten Bücher eines der besten Krimiautoren Skandinaviens", außerdem "ganz große Sprechkunst von Matthias Brandt".

Das sagt der Verlag: "Unser gesamtes Team hat sich sehr über die Nominierung gefreut", sagt Sabine Buss, Programmleiterin von Random House Audio. "Dabei ist Matthias Brandt ja bereits ein 'alter Hörbuchhase', der die Nominierung außerorentlich verdient hat. Dass er Ake Edwardson liest, war sein Wunsch, da er mit Kommissar Winter nicht nur die Jazz-Leidenschaft teilt. Für die tolle Inszenierung zeichnet mein Kollege Wolf Dietrich Fruck mit seiner Regie verantwortlich."


Nominiert: "Irmis Ehre" (Radio-Tatort)

Als an der Flusslände von Bruck am Inn eine Leiche gefunden wird, stehen die Polizeibeamten Rudi Egger und Senta Pollinger vor einem Rätsel: Was wollte der Mann aus dem Münchener Rotlicht-Milieu in der verschlafenen bayerischen Kleinstadt? Dabei lassen die beiden sich nicht vom wichtigtuerischen ortsfremden Kommissar reinreden, der den Fall offiziell leitet...

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Das sagt die Jury: "Originelles Original, das sich befreiend keck außerhalb der üblichen Genre-Grenzen tummelt. Mit Lokalkolorit auf allen Ebenen des akustischen Spiels präsentiert 'Irmis Ehre' das bayerische Grauen uneitel und unterhaltsam – auch für Nicht-Bayern."

Das sagt der Verlag: "Krimi ist das beliebteste Hörbuch-Genre – mit großen Qualitätsunterschieden. Erfreulich, dass die Jury im aktuellen Wettbewerb eine eigene Kategorie geschaffen hat", lobt Hörverlag-Pressesprecherin Heike Völker-Sieber. "Angesichts der zahlreichen Krimi-Neuerscheinungen spricht die Nominierung von 'Irmis Ehre' für eine besonders gelungene Vorlage, Dramaturgie und Umsetzung."


Nominiert: "Das Buschgespenst"

Im sächsischen Erzgebirge treibt eine Bande von Schmugglern ihr Unwesen und verbreitet bei der armen Bevölkerung des Dorfes Hohenstein Angst und Schrecken. Detektiv Franz Arndt, der noch eine alte Rechnung mit dem unheimlichen "Buschgespenst", dem Anführer der Banditen, offen hat, macht mit Unterstützung von Förster Wunderlich und dem jungen Weber Eduard Hauser Jagd auf die Gauner.

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Das sagt die Jury: "Verhalten leidenschaftlich macht Peter Sodann die Geschichte spannend – kein geflissentliches Einlesen, sondern einfühlsames Beschreiben; die leichte Dialektfärbung schafft thematische Nähe. Musik- und Geräusch-Akzente ergänzen die Wirkung hin zum wollenden Hören. Wenngleich die Vorlage kein Krimi im herkömmlichen Sinne ist, macht die Ausnahme den Reiz des Genres aus."

Das sagt der Verlag: "Dass unsere erste Einsendung überhaupt zum Deutschen Hörbuchpreis ein solcher Erfolg wird, freut uns als Karl-May-Verlag natürlich sehr und bestärkt uns gleichzeitig in der Auffassung, dass die Erzählungen des meistgelesenen Schriftstellers deutscher Sprache die Menschen auch heute noch fesseln können", sagt Heike Krause-Leipoldt, Leiterin Vertrieb und Marketing. "Einen Sprecher wie Peter Sodann gewonnen zu haben, ist immer, aber speziell hier ein Gewinn, eignet er sich doch schon durch seine Herkunft besonders für eine heimatliche Geschichte aus dem Erzgebirge. Seine typische Sprache und Diktion ziehen den Hörer ins Abenteuer hinein. Dass er als ehemaliger Tatort-Kommissar diesen Krimi liest, verleiht dem Hörbuch einen zusätzlichen Reiz. Die musikalischen Umspielungen der Lesung und die entsprechenden Geräusche sind gut gewählt, verleihen dem Geschehen Präsenz und lockern im Ganzen den Text auf, ohne jedoch von ihm abzulenken. Das macht diese MP3-CD mit ihren immerhin mehr als 13 Stunden Laufzeit zu einem genussvollen Hör-Erlebnis."


Die Gala

Die Gewinner werden am 10. März im Rahmen einer Hörbuch-Gala im WDR-Funkhaus in Köln ausgezeichnet. Eine TV-Übertragung der Gala-Highlights folgt am 14. März ab 11.30 Uhr auf 3sat.

Während der Gala werden auch die Publikumspreise "HÖRkules" und "HÖRkulino" verliehen sowie zum ersten Mal das "Hörbuch des Jahres" der hr2-Bestenliste ("Lyrikstimmen" vom Hörverlag). Die Internet-Abstimmung für Hörkules/Hörkulino läuft noch bis zum 15.2. auf www.hoerkules.de.


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