Im Gespräch mit...

Hans Schmalbach,
Moderator von "Studio1"

Mit dem Internet-Radio, das wir vor kurzem verlost haben, kann man über 4000 Radiosender empfangen, darunter auch das wöchentliche Interview-Magazin "Studio1 – Gäste bei Schmalbach". Jeden Montag, pünktlich nach den Nachrichten um 8 Uhr / 14 Uhr / 19 Uhr, begrüßt der langjährige Radiojournalist Hans Schmalbach seine prominenten Gäste.

Herr Schmalbach, fast ein Jahr läuft nun schon Ihr Interview-Magazin. Was für Erfahrungen haben Sie gemacht?

Als allererstes bin ich sehr glücklich darüber, dass ich dieses Format bei einem privaten Sender etablieren durfte. Rund 25 Minuten Wort an einem Stück, das hört man bei keinem anderen privaten Anbieter. Die Sendung macht viel Arbeit, eigentlich mehr, als ich gedacht hätte [lacht] – aber sie macht mir natürlich auch viel Spaß. Zudem musste ich einsehen, dass einige Prominente recht schwierige Zeitgenossen sein können. Die meisten Gäste waren allerdings insgesamt gesehen sehr pflegeleicht.

An welche Interviewpartner erinnern Sie sich ganz besonders?

An zwei Medienkollegen: Jo Brauner, den ehemaligen Tagesschau-Chefsprecher, und Peter Kloeppel, den News-Anchor von RTL. Jo Brauner deshalb, weil er im Umgang, auch als das Mikrofon nicht offen war, genau so sympathisch und gesprächig war, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Mit ihm hätte ich locker zwei Sendungen aufzeichnen können. Mit Peter Kloeppel war das genau andersherum. Ihn kannte ich ja auch nur durch seine Fernseharbeit, und da fand ich ihn ehrlich gesagt nicht so wahnsinnig toll. Als er dann in unseren Sender kam und wir die ersten Worte gewechselt hatten, war mein Eindruck von ihm ein völlig anderer. Und das setzte sich dann im Interview weiter fort. Hinterher dachte ich mir: Was für ein netter Mensch!

Sie sprachen es ja schon an: Einige Gäste waren schwierig. Was gab es da für Probleme?

Sie werden verstehen, dass ich hier die Namen nicht nenne. Was mich richtig geärgert hat, war die Tatsache, dass ein recht bekannter Journalist und Schriftsteller es nicht mal für nötig hielt, einen monatelang im wahrsten Sinne des Wortes erarbeiteten Termin abzusagen. Und das nach mehreren schriftlichen Bestätigungen. Das ist einfach stillos und unhöflich. Und dann gibt es natürlich auch die Leute, die gerade nicht so gut im Geschäft sind und einem ständig erzählen, wie viel Termine sie angeblich haben. Manchmal ist es auch schwierig, überhaupt an einige Menschen heranzukommen. Da muss ich mich erst mal durch einen Ring von Managern und Betreuern durchkämpfen.

Wie bereiten Sie sich auf Ihre Gäste vor? Haben Sie eine Redaktion hinter sich, die vorrecherchiert?

Meine Interviewsendung bestreite ich sozusagen als "One-Man-Show". Allerdings bekomme ich immer wieder Anregungen von den Redaktionskollegen, die Hinweise oder Kontakte haben. Auf die Interviews muss ich mich meistens sehr kurzfristig vorbereiten, was hin und wieder gar nicht so einfach ist. Lesen Sie mal ein Buch von 300 Seiten an einem Nachmittag. Da hat man es mit Filmen oder Musik-CDs schon einfacher. In der Regel kann man sich auch über das Internet sehr gut vorbereiten. Da kann man Interviews nachlesen, die schon Jahre zurückliegen. Da ist es dann sehr interessant, die damaligen Äußerungen unter aktuellen Gesichtspunkten zu überprüfen.

Inwieweit kann man so eine Interviewsendung wie "Studio 1" durchplanen?

Nun, die meisten Themen stehen natürlich vorher fest, aber ich habe mir ganz schnell abgewöhnt, mit einem starren Fragen-Korsett zu arbeiten. Da läuft man Gefahr, nicht mehr so ganz hinzuhören und interessante Aspekte auszulassen. Mittlerweile ist mir das auch in Fleisch und Blut übergegangen. Ich "unterhalte" mich im wahrsten Sinne des Wortes mit meinem Gast. Am Ende der Sendung sollen die Hörer sagen können: Mensch, der oder die ist aber interessant oder sympathisch oder auch unsympathisch. Auch wenn man in den 25 Minuten nicht so sehr ins Privatleben des Gastes geht, kann man aber hinterher schon einschätzen, ob man den Menschen mag oder nicht.

Gibt es jemanden, der ganz oben auf Ihrer Wunschliste steht?

Wenn Sie jetzt so jemanden wie z.B. die Bundeskanzlerin Angela Merkel meinen: nein – ich weiß jetzt gar nicht, ob mir so ein Interview wirklich Spaß machen würde oder ob da nicht nur Allgemeinplätze ausgetauscht würden. Ich bin eher an Gästen interessiert, die wirklich was zu erzählen haben. Und ganz ehrlich: Den Hörern soll das Gespräch ja auch ein bisschen Kurzweil bringen...

Sie reden mit Ihren Gästen zum Schluss immer über Berlin, unsere deutsche Hauptstadt und natürlich auch Standort Ihres Senders. Was ist denn für Sie das Faszinierende an Berlin?

Als ich 1996 nach Berlin kam, mochte ich die Stadt überhaupt nicht. Ich fand die Menschen unfreundlich, die Stadt laut und schmutzig, und überall waren nur Baustellen. Zudem kam, dass ich im Winter nach Berlin zog – eine denkbar ungünstige Jahreszeit, um einer Stadt in Deutschland positive Seiten abzugewinnen... Wann jetzt genau meine Stimmung und Meinung zu Berlin ins Gegenteil umschwenkte, kann ich nicht mehr so genau sagen. Irgendwann Ende 1997 kam ich mit dem Flieger in Berlin-Tegel an und dachte mir: schön, endlich zu Hause! Und von da an war für mich klar: Berlin ist eine tolle Stadt mit einem wahnsinnigen Angebot, in der ich gerne lebe und arbeite.

Danke fürs Interview!


Tipp: Die Sendung von Hans Schmalbach – immer montags um 8.05, 14.05 und 19.05 Uhr – läuft auf dem Sender Radioropa Berlin und ist auch übers Internet zu empfangen. Zusätzlich überträgt der digitale Fernsehkanal "TechniTipp-TV" die Sendung auch optisch.


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