Crazy Times – Die Tagebücher des Nick Twisp
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Hörspiel
Jugend
C.D. Payne
2 CDs
138 Min.
DAV
2002
15,–
3-89813-145-9
Buchsv.de (portofrei) oder Amazon.de
Sven Plate u.a.
Der 14-jährige Nick Twisp lebt mit seiner Mutter, deren Schwäche für autoverliebte Fernfahrer, seinem Freund Lefty und einem ganzen Sack mehr oder weniger großer familiärer Neurosen in Oakland, Nähe San Francisco. Nicks Welt kennt - wenigstens bezogen auf die Handlung besagter Tagebücher - vor allem zwei elementare Dinge, nämlich 1. Sex an sich und 2. Sex und mehr mit Sheeny, einer gleichaltrigen Anwaltstochter, die Nick während eines Campingurlaubs kennen und - auch ohne Kondome - lieben lernt. Dass es aber da diverse Vorstellungen der werten Eltern von Sheeny in Bezug auf deren Ummgang und die schulische Karriere ihrer Tochter, Sheenys Hund Albert, Sheenys bisherigen Lover Trend Davis, Freund Leftys Knickschwanzproblem, wahrhaft amerikanische Wohnzimmermöblierungen und vieles mehr gibt, wird schnell, verdammt schnell und in totaler Slapstick-Manier deutlich.
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OK, ich bin 43 und damit eigentlich schon einige Jahre lang hinsichtlich dessen, was pubertierende Teenager heute so bewegt, raus aus dem Geschäft. Aber ist das heute denn wirklich so viel anders als das, was meinereinen so um - sagen wir mal - 1973 herum mit reichlich Adrenalin versorgt hat? Nach dem Genuss der beiden, im Jahr 2000 beim SWR produzierten und vom Audio-Verlag veröffentlichten Hörspiel "Die Tagebücher des Nick Twisp" von C.D. Payne bin ich mir sicher: Die Zeiten haben sich im Grunde nicht gewandelt, wohl aber der Mut zur befreiend burschikosen Einschätzung der eigenen Möglichkeiten.
Rezension von Hoerothek-Leser Martin Kirchner
Da jagt wirklich ein - manchmal - rabenschwarzer Gag den nächsten, da werden die durchweg gekonnt arrangierten Dialoge mit Geräuschen unterlegt, wie man sie sich durchaus im Alltag amerikanischer Haushalte vorstellen kann, da werden ungemein scharfsinnig so manche Aspekte der doppelbödigen Moralvorstellungen made in USA kurz und knackig persifliert, da passt sogar der etwas an die Anfangszeiten der "Neuen Deutschen Welle" Anfang der 80er erinnernde Vor- und Abspann-Song von der Zeit, die sich wie eine Blutwurst in den Raum krümmt. Ein wahres Feuerwerk an guten dramaturgischen Einfällen mit eindeutigem Hang zum Kult. Ich meine: unbedingt empfehlenswert.
Carsten Ottlinger meint dazu: "Ich teile Eure Meinung – ein erfrischend anderes Hörspiel, für Junge und Junggebliebene. Genauso witzig und kurzweilig ist auch der inzwischen erschienene zweite Teil der Tagebücher als Hörbuch-CD, der die Geschichte zu Ende erzählt. Soviel sei vorweg verraten: Es gibt dann doch noch ein Happy-End für Nick Twisp."
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