Bundesweiter Trend:

Hörbücher sind auch in Büchereien der Renner

Etwa 9300 öffentliche Bibliotheken gibt es in Deutschland, und immer mehr führen Hörbücher – die Nachfrage steigt auch hier immens. So sehen sich viele Büchereien, auch in kleineren Städten, fast schon "gezwungen", das Programm zu vergrößern und zu aktualisieren.

Die statistischen Verleih-Daten, die an den Deutschen Bibliotheksverband (DBS) von seinen Mitgliedsbibliotheken für das Berichtsjahr 2004 gemeldet wurden, melden einen Gesamtbestand von 340 Millionen Medien, allen voran natürlich Bücher. Entleihvorgänge wurden 425 Millionen Mal gezählt, aktive Entleiher 11,8 Millionen.

Leider liefert die DBS keine Daten zur Nutzung von Hörbüchern, weil diese nicht gesondert erfasst werden. Differenziert werden die Entleihungen nach Book- und Non-Book-Medien und hier weiter nach Tonträgern – unter diese fallen sowohl Musik-CDs als auch Hörbücher. So können folgende Zahlen nur als Anhaltspunkte dienen, die jedoch sehr interessant sind:

13,5 Millionen Non-Book-Medien gibt es zurzeit in den öffentlichen Bibliotheken, insgesamt wurden sie 89 Millionen Mal ausgeliehen. Unter diesen Non-Book-Medien sind 9,5 Millionen Tonträger, die gut 57 Millionen Mal genutzt wurden. Das heißt: Der Tonträger-Anteil am gesamten Medienbestand beträgt zwar nur 3,4 Prozent, der Ausleih-Anteil der Tonträger jedoch immerhin 13,4 Prozent.

Diese Zahl deckt sich in etwa mit den Angaben einzelner Büchereien, wie sie zum Beispiel Ende 2005 in lokalen und regionalen Tageszeitungen veröffentlicht wurden. Im Durchschnitt liegt der Anteil der Hörbuch-Nutzer dort bei etwa 15 Prozent, wobei aufs Jahr gerechnet jeder Bücherei-Nutzer 5 bis 10 Hörbücher ausgeliehen hat.

Die Entwicklung verwundert nicht, denn oft lassen sich Hörbücher für wenige Euro, teilweise sogar kostenlos für eine oder mehrere Wochen ausleihen und in Ruhe zu Hause anhören. Gerade Hörbuch-Einsteiger und weniger kaufkräftige Hörer greifen auf diese Möglichkeit zurück, um sich zum Beispiel mit Bestsellern oder älteren Produktionen zu versorgen.

René Wagner, Februar 2006


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